#08.03.2012Die Flagge ist gesetzt

Die Demonstration

Das waren spannende Tage für den Reitverein und die Reiterei in Hannover.
Die meisten waren noch niemals auf einer Demonstration gewesen, keiner jedenfalls mit Pferd und noch niemand hatte der Pferde wegen schon eine Demonstration angemeldet.
So hatte alle Verantwortlichen eine schlechte Nacht gehabt. Würden überhaupt Reiter dem Aufruf folgen und Flagge zeigen?
In der Reiterklause hatten schon heftige Diskussionen deswegen stattgefunden und die einhellige Thekenmeinung konnte nicht hergestellt werden, selbst diese war mindestens geteilt. Zudem hatten diverse Reiter, die eigentlich am Meisten von den drohenden Maßnahmen der Region betroffen waren, mit dem Hinweis auf den vermeintlichen Wert ihrer edlen Rösser angekündigt, die Tiere zu Hause zu lassen.
Sei es drum: Es gab genügend Leute mit Charakter und Willenstärke, die sich nach Hannover mit oder ohne Pferd aufmachten und Flagge zeigten. Nicht nur der Reitverein in Isernhagen war vertreten. Auch die Nachbarreitvereine, der Poloclub, die Meuten und die Bläserchors ließen sich die Teilnahme nicht entgehen.
So kamen denn viele Menschen zusammen, die bei all dem Gewusel gar nicht mehr gezählt werden konnten. Die Polizei ging jedenfalls von 200 Menschen aus, von denen jeder hilfreich war. Zudem waren 26 Pferde, die mit Plakaten behängt wurden sowie 26 Meutehunde vor Ort. So kam dann eine beindruckende aber auch sehr nachdenkliche Schar von Menschen zusammen.
Vor dem Regionshaus erwartete uns der Shantychor und selten zuvor konnte man so stolz darauf sein, ein Isernhägener zu sein.
Der erste Regionsrat Prof. Priebs übernahm die Unterschriften und zeigte sich beeindruckt wenngleich noch unbeirrt.
Obwohl wir sehr unsicher darüber waren, ob wir genügend Eindruck gemacht hatten, endete die Demonstration im Cavaletti, wobei wir es eigentlich schon als Erfolg verbuchten, dass nicht passiert war und so viele Menschen uns unterstützt hatten.

Die Folgen

Dann folgte der Tag der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Klimaschutz der Region Hannover, in der es um das Schicksal der Reitplätze und damit auch die Zukunft des Reitvereins Isernhagen ging.
Die Zuschauerränge waren bis auf den letzten Platz gefüllt und das Klicken der Presse Kameras beherrschte den Raum.
Als in der Tagesordnung das Thema Reitverein aufgerufen wurde, erwarteten wir den schon häufiger angedeuteten Todesstoß. Hierzu kam es jedoch entgegen aller Erwartungen nicht.
Vielmehr trug der Erster Regionsrat Prof. Dr. Axel Priebs sehr sachlich erneut den Mitgliedern die derzeitige Situation vor und erklärte, um eine sachgerechte Entscheidung dem öffentlichen Interessen entsprechende Entscheidung zu finden, sei es notwendig, den Sach- und Streitstand noch mehr zu erarbeiten. Dabei bat er der Verwaltung mehr Zeit einzuräumen, um die sehr komplexe Sach- und Rechtslage zu ergründen.
Sodann wurde dem Bürgermeister von Isernhagen Arpad Bogya das Rederecht erteilt, der einen flammenden Appell an den Ausschuss richtete, hier eine vernünftige Entscheidung zu finden und sich dem Votum der Regionsverwaltung anschloss, zunächst weitere Gesprächs- und Lösungsmöglichkeiten zu suchen.
Der Ausschuss kam überein, die Verwaltung zu beauftragen, diese Gespräche zu führen und Lösungsansätze zu suchen.
Das heißt mit anderen Worten nichts anderes, als dass wir wieder im Rennen sind.
Wir bedanken uns bei allen die dieses möglich gemacht haben. Dabei gilt unser Dank den Unterstützern des Vereins, den Demonstranten aber auch den Beamten und den Politikern, die nun das öffentliche Interesse vernommen haben und dabei auch ihr bisheriges Verhalten kritisch überprüfen wollen.



Außerordentliche Hauptversammlung abgesagt!

Daraufhin hat der Vorstand des Reitvereins Isernhagen beschlossen, die für den 12. März geplante Versammlung, in welcher über die Auflösung des Reitvereins entschieden werden sollte abzusagen. Angesichts der geänderten Situation, wonach die Region versucht, nach Lösungsansätzen zu suchen, besteht wieder eine berechtigte Zukunftshoffnung, so dass eine Diskussion über die Auflösung des Vereins Unsinn wäre. Die Informationen über den Sachstand werden nun in der ordentlichen Hauptversammlung erfolgen.