Hubertusjagd 2009

Was für ein Tag!

Wer der Tradition folgt und am Tage des heiligen Hubertus, dem 3. November eine Jagd veranstaltet, der muss eigentlich nach seinem Geisteszustand befragt werden. Ein Wochentag im November, häufig mit Regen oder Nebel und genügend andere Gründe, um an diesem Tage die Arbeit dem Vergnügen vorzuziehen. Tradition ist aber nun einmal Tradition und die schüttelt sich nicht aus dem Ärmel sondern ist gewachsen. Und das in Isernhagen seit 143 Jahren.

Trotzdem schauen die Veranstalter immer sorgenvoll in den Himmel und hoffen auf genügend begeisterte Reiter, die es sich trotz der Widrigkeiten nicht nehmen lassen, auch in der Woche bei schlechtem Wetter in Isernhagen die Jagd zu reiten.
Schlechtes Wetter? Bekanntlich sind die Gäste für das Wetter zuständig und die 71 erschienenen Reiter hatten an dem Jagdtag wirklich Alles gegeben. Glasklare Luft, strahlend blauer Himmel und eine Laubfärbung in prächtigster Weise! Hinzu kamen die leuchtenden Röcke der Jagdteilnehmer und fast 50 Hunde der Niedersachsen- sowie der Böhmer Harriermeute. Indian summer deluxe sozusagen!

Tatsächlich muss es sich herumgesprochen haben, welche beidruckenden Bilder die beiden Meuten auf dem freien Gelände immer wieder hinterlassen. Denn mit so vielen Reitern und Zuschauern hatte eigentlich niemand gerechnet. Die Meuten boten wieder Alles, was man nur von einem guten Pck erwarten kann. Pfeilschnelle Hunde mit atemberaubendem Geläut und unglaublichem Jagdfieber. Das konnte keinen Freund der Schleppjagd kalt lassen.

Dabei hatten die Master zusammen mit dem Jagdherren während einer Schleppe ausgeklügelt, die Hunde über eine riesiges Stoppelfeld in einer großen Schleife suchen zu lassen, während das Feld sich die Arbeit im Stand anschaute. Die dabei genossenen Bilder sind einfach unvergesslich. Die Hunde arbeiteten wie von einer unsichtbaren Schnur gezogen die Schleppe perfekt aus und waren so eifrig, dass sie sogar etliche Rundballen, um die herum geschleppt worden war, mit lautem Geläut einfach überprangen der Schleppe hinterher hetzten. Insgesamt verstanden sich die Meuten sehr gut und lieferten eine Leistung ab, die nur mit einem Wort beschrieben werden kann. Herrrlich! Die gesamte Jagd war eine Demonstration bester Meutearbeit und so konnten viele neue Freunde für unsere Sport gewonnen werden.

Hinzu kam der hohe sportliche Ansatz, dem wir uns in Isernhagen traditionell verpflichtet sehen. Wir hatten die letzten alte Sprünge, die ohne Anlehnung in der Gegend vor sich hin dümpelten endlich abgerissen und die Mindestdicke der verwendeten Hindernisbalken auf dem Truppenübungsplatz entspricht nun unseren Vorstellungen. Knackig aber fair!

Die glücklichen Gesichter unserer Gäste waren die Belohnung für einen wochenlangen Einsatz und die Mühen der vielen Helfer.

Nachdem wir viele positive Bemerkungen ernteten und die ausgelassenen Reiter uns auf die Schultern klopften waren auch wir zufrieden und feierten nach einer gelungenen Jagd bis in die Morgenstunden. Einige beschwingte Jagdreiter sollen dem Vernehmen nach noch um 3:30 Uhr in den Kneipen der hannoverschen Innenstadt gesehen worden sein.

Sollten wir gesund und zahlungsfähig bleiben, so sehen wir uns 2010 sicherlich wieder.