Isernhagen rechtsrum 2009

Isernhagen rechtsrum 2009

Schleppjagd in ihrer heißesten Weise

Seit Wochen hatte es in Isernhagen nicht mehr richtig geregnet und die Meteorologen verzeichneten den heißesten Tag seit 66 Jahren.
Ideale Bedingungen für eine Jagd sahen also eigentlich anders aus. Wir hatten allerdings mit den Landwirten vereinbart, deren abgeerntete Flächen nutzen zu können und diese warteten schon dringend auf die Neubestellung der Felder. Zudem hatte die Niedersachsenmeute freudig den frühen Termin zu ihrer Eröffnungsjagd erklärt, so dass wir uns durch den heißen Staub aufmachten, um unsere zwischenzeitlich so geliebte abendliche sportliche Jagd zu reiten.

...und H.W.Vogeley ist immer dabei!

Auch 56 andere Reiter dachten ähnlich und erschienen pünktlich zum Stelldichein am Voltmers Hof. Ursel Bülthuis, die designierte Jagdherrin, hatte kurz zuvor einen Unfall erlitten, der ihr das Reiten unmöglich machte. So führte Eugen Klein das Jagdfeld als Jagdherr an.

Wir nutzten reichlich die weiten Felder der Hohenhorster Bauernschaft und ritten in breiter Formation den Hunden nach, die sichtlich unter den auch am Abend immer noch hohen Temperaturen zu leiden hatten. Dankbar nahmen diese die ihnen angebotene Wietze an und freuten sich augenscheinlich über jede Abkühlung.

Das Thema Staub erhielt an diesem Abend eine völlig neue Dimension. Teilweise zogen sich die Staubfahnen so dicht hinter den Reitern hinterher, dass die Sprünge kaum zu sehen waren. Glücklich war, wer vorne reiten konnte!

glücklich ist, wer vorne reitet,

weil hinten sich der Staub ausweitet!

Dennoch tat dieses der Laune im Feld keinen Abbruch. Der Jagdherr hatte nämlich auf Bitten des äußerst gut gelaunten Masters schon zu Beginn Marscherleichterung angeordnet und insgesamt trat hierdurch eine große Entspanntheit ein. Jeder genoss das wunderschöne Wetter auf seine Weise und die Pausen wurden entsprechend ausgedehnt, um Hunde und Pferde zu schonen. Das förderte natürlich die Geselligkeit.

Das verhaltende Tempo beschleunigte sich jedoch beim anschließenden Essen im Voltmers Hof gewaltig, denn nach einem tollen Essen und befeuert durch eine außergewöhnlich launige Jagdkritik des Dr. Gerhard Bosselmann saßen wir lange lachend und gesellig unter den hohen Eichen beim kalten Bier und waren alle ob der lauen Sommernacht begeistert.
So wurden schon die ersten Pläne für das nächste Jahr geschmiedet, obwohl die laufende Saison ja gerade erst begonnen hatte.