Hubertusjagd 2019

Hubertusjagd 2019

Die Wettervorhersagen für den Hubertustag 2019 in Norddeutschland waren schlecht! Sehr schlecht sogar. Die Erwartungen der Veranstalter hielten sich deshalb in Grenzen und niemand erwartete viele Teilnehmer. Dennoch gaben sich die Jagdreiter des Reitvereins Isernhagen einen Ruck und richteten mit der Unterstützung der übrigen Mitglieder auch im 152. Jahr die Hubertusjagd aus und verbrachten verregnete Stunden im Gelände für die Vorbereitung der Jagd.

Wider Erwarten blinzelte nach einer verregneten Nacht aber am 3. November, Festtag des St. Hubertus, die Sonne durch die Wolken und den ganzen Tag blieb es trocken.

Vielleicht deshalb, aber auch vielleicht wegen der Jagd an sich, strömten nicht nur die Zuschauermassen auf die bereit gestellten Traktoranhänger sondern ein Gespann nach dem anderen rollte zum Stelldichein. 70 Reiter erwarteten schließlich die Niedersachsenmeute.

Das Kernstück der Jagd in Isernhagen ist ein seit 1868 für die Schleppjagd genutzter 220 ha großer Truppenübungsplatz. Kein Zaun unterbricht dieses weite Gelände. Hier bietet sich die Möglichkeit, die Schleppen in weiten Bögen zu legen und dadurch die Hunde zu beobachten, die ansonsten bei den Jagden viel zu häufig im dichten Wald der Heide verschwunden sind und denen man dort kaum zu folgen vermag. So zeigte der Tracker des Schleppenlegers eine Strecke von knapp 30 Kilometern an, während die eigentliche Jagdstrecke nur halb so lang ist.

Möglicherweise liegt darin der eigentliche Reiz der Schleppjagd in Isernhagen. Die respektablen Hindernisse können es jedenfalls nicht mehr sein, denn von den 70 Reitern verirrten sich weniger als 10 Prozent in das erste Feld, das alle Hindernisse annahm. Auch wenn sich wieder keinerlei Unfälle an den Hindernissen ereigneten, muss dennoch einmal über das Zeitgemäße der Traditionen nachgedacht werden. Die stetige Entwicklung hin zum nicht springenden Feld ist trotz der vielen Jagdreiterkurse einfach nicht mehr übersehbar.

Wahrscheinlich müssen aber die Jagdveranstalter und die Meuten den Jagdreitern besser zuhören. Immer schnellere Hunde und damit verbundene klobige Hindernisse scheinen ebenso wenig der Weg zu sein, wie Jagden mit cavalettiartigen Stolperfallen.

In Isernhagen wird jetzt darüber nachgedacht, ob der Grundsatz des schnellen Reitens und Handelns im Galopp und ein dieser Tradition geschuldeten Hindernisbaus sich nicht überlebt hat.

Es gilt also die Entscheidung zu treffen, ob und wie es weitergeht. Nach der Jagd ist vor der Jagd.“